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Ortsteil Oberzell

Bild: Kapelle in Osterzell-Oberzell

Der überwiegend bäuerlich geprägte Ortsteil Oberzell wurde wahrscheinlich kurz nach Osterzell gegründet. Geschäftig ging es in der dortigen Hammerschmiede zu, wenn die drei Zwei-Zentner-Hämmer auf das glühende Eisen fielen. Im Jahre 1828 von einem Tiroler erbaut, ging die Schmiede 1878 in den Besitz der Familie Rues über. Dort wurde alles geschmiedet, was Bauern und Handwerker benötigten: Äxte, Beile, Kreuzhacken u.a. Als Otto Rues, der letzte Hammerschmied im Landkreis, 1961 verstarb, standen die Hämmer still. Eine kleine Gedenktafel am Wohnhaus erinnert an dieses alte Handwerk.

Etwa 500 Meter vom Dorf entfernt, stand einst eine Ziegelei. Die Lehmgruben sind noch zu erkennen. Wo Brenn- und Kalkofen und der Turm waren, sieht man Reste von Ziegelmauern. 500 Jahre lang wurden hier Ziegel und Dachplatten hergestellt. Für den Osterzeller Kirchenbau Mitte des 18. Jahrhunderts mussten 16130 Ziegel gebrannt werden. 1805 ersteigerte Johann Strohhacker aus Oberzell die Ziegelei um 100 Gulden. 124 Jahre blieb sie im Besitz dieser Familie.  25 - 30 Arbeiter waren dort beschäftigt. 1929 wurde die Ziegelei aufgegeben, da der Lehm nicht mehr die geforderte Qualität aufwies. Bis 1946 ragte der Turm noch weit sichtbar in den schwäbischen Himmel. Nach seinem Abbruch wurden die Steine bei einem Stallbau in Sachsenried wiederverwendet.